18. Januar 2010, 13:16
Ich finde es ganz beeindruckend, wie die Erdbebenkatastrophe von Haiti derzeit insbesondere bei Social Games ausgeschlachtet wird. Marktführer Zynga bietet in seinen Spielen Mafia Wars, Zynga Poker und natürlich FarmVille die Möglichkeit, für die Opfer zu spenden. Bei FarmVille beispielsweise wird man beim Start sofort auf die Möglichkeit hingewiesen, weißen Mais für den Anbau auf der digitalen Farm zu kaufen, alle Einnahmen gehen direkt nach Haiti heißt es. Für 25 FarmVille-Dollar lässt sich das Gemüse freischalten, das sind umgerechnet fünf US-Dollar. Danach darf man eine Woche weißen Mais anbauen, der als Lockmittel besonders viel Gewinn und Erfahrungspunkte abwirft und niemals verdorrt, also auch spielerische Vorteile bietet.
Dass das nicht aus Menschenliebe heraus geschieht dürfte klar sein. Die Spendenbereitschaft der Menschen wird schlichtweg genutzt, um spielerisch die Online-Bezahlsysteme und den Kauf virtueller Güter einzuüben, die vielen noch suspekt sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass der ein oder andere noch nie etwas bei FarmVille gekauft hat, nun aber, da eine Spende mit Spielspaß verknüpft werden kann, doch erstmals die Kreditkarte gezückt wird. Denn die Verbindung von Spende mit Spielelement hat ja auch noch den kleinen Vorteil, dass man sich nicht nur als Gutmensch fühlen, sondern gleichzeitig allen anderen zeigen kann, dass man gespendet hat. Und ich finde das nicht verwerflich. Für Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind, kann es eine große Chance sein, mehr Gelder zu sammeln, wenn die Spende auf eine spielerische Art und Weise generiert werden kann. Ich habe auf jeden Fall meine Farm mit weißem Mais zugepflastert.
(Und wer nicht FarmVille spielt und trotzdem spenden mag: das geht auch beim Roten Kreuz über iTunes)
Nachtrag: zum Ergebnis der Aktion habe ich hier gebloggt.
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