Sommerzeit-Verwirrung...
von Rainer Gerhards, 29. März 2009, 14:18
Ende März, alle Jahre wieder, ist es soweit: wir stellen um auf Sommerzeit. Ich möchte jetzt hier nicht erst über das Für und Wider der Zeitumstellung (und insbesondere ihren wirschaftlichen Nutzen) diskutiern, sondern nur eine kleine Anekdote zum besten geben.
Ich persönlich bin übrigens eher ein Fan der Sommerzeit. Der Hobby-Astronom in mir bedauert zwar ein wenig den nach hinten rückende Beobachtungsbeginn, die langen Abende im Freundes- und Familienkreis lassen mich aber darüber hinweg schauen. Nur die Umstellung, die hat ihre Tücken...
Es ist ja schon schlau gemacht, das mit dem Umstellungstermin von Samstag auf Sonntag: viele Probleme werden damit vermieden. Schade nur, wenn die SciLogs genau an diesem Wochenende ihr Deidesheimer Bloggertreffen veranstalten. Dann ist eben doch rechtzeitiges Aufstehen (und eine entsprechend kurze Nacht...) angesagt. Aber wer will sich schon beschweren. Tapfer habe ich dann auch gestern Abend meinen Wecker (auch Handy genannt) vorgestellt, auf dass ich den den spannenden Start-Vortrag heute früh nicht verpasse.
Das Aufstehen viel schwer. "Oh ist das noch dunkel draussen", dachte ich mir und überlegte, dass die Zeitumstellung zwei Wochen später sicherlich auch noch ihren Reiz hätte. Beim Einlauf in den Frühstücksraum wunderte ich mich dann allerdings schon etwas mehr. Noch gar niemand da ... und ich eröffne das Frühstücksbuffet? Ungewöhnlich für mich. War der Abend denn wirklich so schlimm, das niemand nur 45 Minuten vor Beginn des Vortrags frühstückt?
Nun denn, ich lies es mir schmecken, aber ein gewisses Unwohlsein kam doch auf. Ein Blick auf die Armbanduhr sagte 7:45 Uhr, wo das Handy 8:45 Uhr anzeigte. Hatte ich die nicht gestern auch umgestellt? Mit dem Auftreten des nächsten Blogger-Kollegen wurde die Neugier dann doch zu gross, und die wahre Uhrzeit wurde ergründet. Und, was soll ich sagen, natürlich war es eine Stunde früher als gedacht!
Was war passiert? Ich, der ich alles und jedes bis zum geht-nicht-mehr automatisiere, habe wohl doch zu wenig Vertrauen in meine Kollegen gehabt. Heutige Handies sind natürlich kleine und leistungsfähige Computer. Und einem solchen Computer die Regeln der Zeitumstellung beizubringen ist wahrlich kein Problem. Und so liessen sich die schlauen Programmierer beim Handy-Hersteller natürlich diese Gelegenheit nicht entgehen, und erhöhten den Nutzerkomfort. Dumm nur, wenn der (mündige?) Benutzer die Feinheiten der Technik nicht beachtet, und die Zeitanpassung manuell vornimmt. Das Gerät selbst macht es dann noch einmal automatisch, und schon steht man eine Stunde zu früh auf...
Skeptisch hätte ich vielleicht durch die Frage "Haben Sie die Zeitzone gewechselt?" werden sollen, mit der das Gerät meine manuelle Zeitkorrektur bedachte. Aber, ehrlich gesagt, das liess mich nicht ahnen, was geschehen würde.
Und da ich nun nicht einfach zugeben kann, mit meiner Technik nicht klar zu kommen, statt dessen lieber eine Anregung an alle User-Interface-Designer: Wenn jemand unmittelbar um die Zeitumstellung herum die Uhrzeit seines Gerätes um genau eine Stunde vor oder zurückstellt, so liegt die Vermutung nahe, dass hier ein Zusammenhang besteht. Es wäre sicherlich clever, wenn das Gerät in diesem Fall noch einmal eindeutig nachfragen würde, so nach dem Motto "Die Zeitumstellung wird automatisch vergenommen, möchten Sie wirklich die Uhrzeit verändern?". Wäre doch nett, oder?


