techlogs Mehr als Bits und Bytes

Cyberkriminalität: gefördert von Deutschland?

23. Februar 2010, 07:22

Am Wochenende geisterte es wieder durch die Medien: abermals wird deutschen Steurfahndern eine CD mit Daten von Steuersündern angeboten. Datensätze über 600 Personen sollen es diesmal sein, zum Spottpreis von 1.000 Euro pro Person. Ein verlockendes Geschäft für den Staat: wer sein Geld in der Schweiz "in Sicherheit" bringt, der hat den Fiskus sicherlich um weit mehr als 1.000 Euro betrogen.

Allerdings: mich wundert fast, dass solche Meldungen es noch in die Medien bringen. Gar zu viele Steuersünder-Daten wurden in den letzten Wochen angeboten. Und, wie man meint, das fast mit steigender Frequenz. Der aktuelle Fall betrifft Baden-Würrtemberg. Dort ist man sich noch nicht einmal einig, ob man das vorherige Angebot, mit höherem Preis je Steuersündern, annehmen soll.

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Die Schattenseiten des Erfolgs...

16. Februar 2010, 15:42

Nein, ich will mich ja gar nicht wirklich beschweren - aber Erfolg hat nun einmal auch Schattenseiten, auch im Open Source Umfeld. Ach ja, worum geht es eigentlich? Vor einigen Jahren habe ich begonnen, einen kleinen Protokollierungsdienst, rsyslog genannt, zu entwickeln. Was das genau ist, müssen wir hier an dieser Stelle gar nicht wissen. Grob gesagt zeichnet er auf, was sich auf einem Linux-Rechner so alles tut (wer sich anmeldet, welche Platten kaputt gehen, ...).

Interessanter ist, dass es damals (2004?) genau zwei Vertreter dieser Gattung gab: den ehrwürdigen sysklogd, der schon seit Jahren nicht mehr weiter entwickelt wurde und der Platzhirsch syslog-ng. Letzterer war allerdings gerade dabei, sich in eine sehr kommerzielle "Ecke" zu bewegen, womit wesentliche Features einer modernen syslog-Implementierung für die Open-Source Gemeinde nicht mehr zur Verfügung gestanden hätten. Das zumindest war meine damalige Meinung, die ich heute immer noch vertrete, die aber natürlich nicht von allen geteilt wird (uns insbesondere nicht vom Hersteller von syslog-ng ;)). Aber auch diese Politik soll uns nur am Rande interessieren.

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Wie sicher sind EC-Karten?

09. Februar 2010, 14:33

Anfang des Jahres erlebten Viele von uns eine unangenehme Überraschung - die Bezahlung mit EC-Karte funktionierte auf einmal nicht mehr. Besonders unangenehm war das für die Auslandsurlauber. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, und die Karten (scheinen?) wieder zu funktionieren.

Obschon ich persönlich von der "ganzen Aufregung" nicht betroffen war, verbleibt ein ungutes Gefühl: was beudeutet diese Panne, und insbesondere ihre Lösung, denn eigentlich für die Sicherheit der Kartenzahlung?

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Computerspiele für's Klima?

22. Dezember 2009, 14:03

Der Klimagipfel in Kopenhagen ist gescheitert. Man darf sich die Frage stellen, warum denn eigentlich das nicht zu größeren Problemen für die politisch Handelnden führt.

Bei allem öffentlichen Interessse, so befürchte ich, ist die Interessenlage weiter Bevölkerungsteile der Industrienationen doch eher auf wirtschaftliches Wohlergehen als auch "das große Ganze" gerichtet. Man weiß zwar, dass "das Klimaproblem" exisitiert und eigentlich auch gelöst werden sollte - aber so ganz den Stellenwert wie die eigene aktuelle Erkrankung oder Ebbe im Geldbeutel hat es dann doch nicht.

Daher sind Steuerreform, Gesundheitswesen und Arbeitslosigkeit in Deutschland Top-Wahlkampftehmen, das Klima hingegen eher am Rande. Was fehlt, ist die dringende und offensichtliche Notwendigkeit für den Einzelnen, sich damit zu beschäftigen.

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Wanderer zwischen den Blogs...

22. Dezember 2009, 10:48

Man merkt, dass die SciLogs ein erfolgreiches Konzept sind - sie wachsen und gedeihen ständig. Ganz besonders bewusst ist das mir, quasi einem Wanderer zwischen den Blogs.

So ist es denn für mich wieder einmal an der Zeit "auf Wiedersehen" zu sagen, und gleichzeitig aber auch "herzlich Willkommen". Aus diesem Grunde habe ich mich auch diesmal entschlossen, einen einzigen Post zu schreiben, den aber zeitgleich in zwei Blogs - meinem bisherigen und meinem Neuen (diesem hier).

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Bildungsstreik, G8 und die alltägliche Unbedachtheit...

20. November 2009, 12:09

Der Bildungsstreik zeigt eindrucksvoll, wie sehr Studierenden, aber auch Schülern "das Wasser bis zum Halse steht". Aus aktuellem Anlass, und zugegebenermassen mit persönlichem Bezug, möchte ich hier einmal auf die alltägliche Unbedachtheit aufmerksam machen, die einem das Leben doch so unnötig verkomplizieren kann.

Als Vater muss ich leider feststellen, dass die G8-Einführung, nun, ein wenig überhastet war. Da, wo theoretisch Lehrpläne gestrafft werden sollten, wird praktisch das G9-Pensum einfach auf 8 Jahre verteilt, die Schüler entsprechend belastet. Nun sollte man meinen, dass die Schulen sich zumindest bemühen, die Situation so verträglich wie möglich zu machen. Das klappt auch meist - wenn da nicht immer wieder Situationen wären, die einen an der Motivation der Offiziellen zweifeln lassen...

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Auf dem Weg zum Logging-Standard, Teil II

13. November 2009, 14:00

Willkommen zum zweiten Teil meiner kleinen Geschichte der Entwicklung eines neuen Logging-Standards. Heute widme ich mich primär der Arbeit im Standardgremium. Heraus gepickt habe ich mit dabei wieder das Projekt "sichere Syslog".

Ganz ohne Technik wird es auch heute nicht abgehen. Ich bemühe mich, die Fachbegriffe im laufenden Text zu erklären, aber ansonsten haben wir ja die Kommentarfunktion. (weiter)

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Der lange Weg zum Logging-Standard...

06. November 2009, 15:03

Wie läuft das eigentlich ab, bis sich etwas zum Standard entwickelt? Wenn Sie sich diese Frage auch schon gestellt haben, dann sind Sie hier - und in den nächsten Postings - wahrscheinlich richtig.

Ich habe seit geraumer Zeit an einer neuen Standardfamilie für die Systemprotokollierung mitgearbeitet. Das Ganze erfolgte im Rahmen der IETF, einer Organisation, die für die Standards (RFCs) des Internet verantwortlich zeichnet. Die Systemprotokollierungist dabei natürlich eher ein Thema für einen kleineren Kreis von Spezialisten. Man kann sie aber mit Schlagworten wie "Vorratsdatenspeicherung" verbinden, und dann wird das Thema auf einmal für sehr viel mehr Menschen relevant.

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Softwaredesign und Programmiersprachen...

16. Oktober 2009, 14:52

Welche Programmiersprache die "Beste" sei, führt oft zu fast religiös anmutenden Diskussionen unter Programmierern. Aber darf die Wahl der Programmiersprache das Design eines Softwaresystems entscheidend beeinflussen? Muss dieses Design anders sein, wenn in C implementiert wird, als wenn in Java implementiert wird?

Ich verwende momentan primär C, da meine aktuellen Projekte im Linux-Systemumfeld angesiedelt sind und dies dort (immer noch) die "Sprache der Wahl" ist. Allerdings meine ich, auch anderen Sprachen gegenüber recht aufgeschlossen zu sein (und diese auch immer wieder zu verwenden). So halte ich beispielsweise auch Java für eine sehr schöne Sprache, in der vieles sehr viel schneller, besser und eleganter als in C (oder auch C++) geht.

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Zensurtag: Einstieg in den Überwachungsstaat?

28. Juli 2009, 14:49

Dem 1. August 2009 kann man durchaus eine historische Dimension zusprechen: so kann man behaupten, dass Deutschland mit dem neuen §8a des Telemediengesetzes wieder mit Massen-Zensur und dem Aufbau einer Zensurinfrastruktur beginnt.

Je nach politischer Coleur mag das als zu harmlos formuliert angesehen werden, oder auch schon als pure Volksverhetzung. Fakt ist aber, dass die neue deutsche Republik (meines Wissens nach) nun erstmal wieder über ein gesetzlich sanktioniertes Zensurinstrumentarium verfügt. Der offzielle Name "Zugangserschwerungsgesetz" ändert daran wenig (welcher Zensor lässt sich schon gerne als solcher bezeichnen, man Frage nur bei den Chinesen nach...).

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Das "echte" Mondlandeprogramm...

24. Juli 2009, 14:32

Während meiner Ausbildung haben wir, wenn es nicht zu sehr auffiel, gerne mal den Großrechner verwendet, um "Mondlandung" zu spielen - auf dem Text-Terminal mit 24 Zeilen zu je 80 Zeichen. Nicht vergleichbar mit einem heutigen Flugsimulator, eher wohl mit einer SMS-Kommunikation...

Um so schöner fand ich es, dass im Zuge des Apollo-40Jahre-Jubiläums der Quellcode von "the real thing" auftauchte, nämlich das Programm, mit dem die erste Mondlangung absolviert wurde. Abrufbar ist es bei Google Code, und die passenden Links finden sich in Google's Blogposting.

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DNS - was ist das?

19. Mai 2009, 14:26

In der aktuellen Diskussion rund um Internet-Sperren taucht häufig der Begriff "DNS" auf. Grund genug, einmal etwas genauer nachzusehen, warum man das Domain Name System eigentlich benötigt und wie es arbeitet.

Dabei möchte ich mich, wie hier im Blog üblich, eines Beispiels aus dem "richtigen Leben" bedienen: dem Telefonsystem.

Wenn ich jemanden anrufen möchte, so muss ich dessen Telefonnummer wissen. Eine Telefonnummer ist dabei nicht unbedingt das, was ich als "Benutzerfreundlich" bezeichnen würde. Ihren Ursprüng hat sie in der frühen Telefontechnik, namentlich den Hebdrehwählern, die seinerzeit die elektrische Verbindung zum gewünschten Gesprächspartner herstellten. Würde man heute das Telefonsystem neu erfinden, dann würden sicherlich leichter zu merkende Namen verwendet werden (z.B. "der Gerhards, Rainer aus Großrinderfeld").

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Sicherheit vs. Freiheit 2.0

12. Mai 2009, 14:24

Momentan beschäftigt die Diskussion rund um Internet-Sperren zur Einschränkung von Kinderpornographie die Republik und die Internetbenutzer im Besonderen. Spätestens seit der Online-Petition gegen den Gesetzentwurf ist das Thema wieder in aller Munde.

Ich möchte es mir daher nicht nehmen lassen, auch einmal Stellung zu diesem Thema zu beziehen - und dabei direkt darauf hinweisen, dass es sich eigentlich um einen viel grösseren Problemkreis handelt.

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Bahn-Datenaffäre, Datenschutz und Bequemlichkeit

30. März 2009, 14:22

Bahn-Chef Mehdorn steht zur Zeit im Zentrum der Kritik. Die Bespitzelung von Mitarbeitern, Lieferanten und sonstigen Externen schafft persönliche Betroffenheit in der ganzen Republik. Und mit dem Löschen von Email wird gleich ein weiteres scheinbares Tabu unserer Informationsgesellschaft gebrochen.

Kurz: die Aufregung ist groß, das öffentliche Entsetzen (erfreulicherweise) sehr hoch. Aber: was wird bleiben, wenn der erste Sturm der Entrüstung abgeflacht ist? An einen ähnlichen Datenskandal bei der Telekom mögen sich Viele vielleicht noch erinnern, die Überwachungsmentalität bei Lidl ist da schon weit mehr in Vergesslichkeit geraten. Meiner Meinung nach betrachten wir hier nur die Spitze eines Eisbergs. Denn nur wenige Fälle sind so spektakulär wie Bahn, Telekom und Co. und schaffen es in die auflagenstarken Massenmedien. Im Kleinen sind Vergehen gegen die Datenschutzgesetze meines persönlichen Empfindens nach eher häufig und werden oft als Kavaliersdelikt betrachtet. (weiter)

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Sommerzeit-Verwirrung...

29. März 2009, 14:18

Ende März, alle Jahre wieder, ist es soweit: wir stellen um auf Sommerzeit. Ich möchte jetzt hier nicht erst über das Für und Wider der Zeitumstellung (und insbesondere ihren wirschaftlichen Nutzen) diskutiern, sondern nur eine kleine Anekdote zum besten geben.

Ich persönlich bin übrigens eher ein Fan der Sommerzeit. Der Hobby-Astronom in mir bedauert zwar ein wenig den nach hinten rückende Beobachtungsbeginn, die langen Abende im Freundes- und Familienkreis lassen mich aber darüber hinweg schauen. Nur die Umstellung, die hat ihre Tücken... (weiter)

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